Kommentar zu Schleusern: Wir sind mitschuldig

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Viele Flüchtlinge kommen mithilfe von Schleusern nach Deutschland. Die Medien prägen ein Bild der Schleuser, die Profit aus dem Leid anderer schlagen. Ein Kommentar von Miriam Linke.

Das Geschäft der Schleuser floriert - seit vielen Jahrzehnten. Das zeigt, dass sich wenig geändert hat, dass die Politik nichts ausrichten konnte, um den kriminellen Schleusern das Handwerk zu legen. Wer anderen hilft, unerlaubt ins Land einzureisen, muss bestraft werden. Das Problem der Schleuserei löst man damit aber langfristig nicht - schon gar nicht, wenn Menschen weggesperrt werden, die anderen aus Kriegs- und Elendsituationen geholfen haben. Solange die Not in den Flüchtlingsländern so groß bleibt, solange wird es auch Schleuserbanden geben. Wer sein Leben retten will, der flüchtet. Nicht zwingend nach Europa, aber wenn im Nachbarland ein gleichermaßen rigoroses Regime herrscht, bleibt wohl nur die Flucht übers Meer. Schleuser sind dabei nur Mittelsmänner.

Daher muss an der Quelle angesetzt werden: Erst wenn sich die politische und wirtschaftliche Lage in den Flüchtlingsländern entspannt, erst wenn der Westen den fairen Handel mit der Dritten Welt stärkt und für eine effizientere humanitäre Hilfe in Krisengebieten sorgt, erst dann gibt es eine Chance, den Flüchtlingsstrom einzudämmen - und damit auch die kriminelle Schleuserei.

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