Kommentar zur Korruption im Gesundheitswesen: "Schmiergeld im Kittel"

Die Bundesregierung sagt der Korruption im Gesundheitswesen den Kampf an und hat ein Gesetz dazu beschlossen. Ein Kommentar von unserem Korrespondenten Werner Kolhoff.

Es ist ein gutes Zeichen, dass die organisierte Ärzteschaft erst gar nicht versucht hat, das Gesetz über die Bekämpfung der Korruption im Gesundheitswesen zu verhindern. Denn Ärzte, die die Hand dafür aufhalten, dass sie ihre Patienten an bestimmte Labore, Fachkollegen oder Kliniken überweisen oder ihnen bestimmte Medikamente verschreiben, zerstören das Vertrauensverhältnis, das auf Seiten des Patienten geradezu blind ist und auch sein muss. Und Dienstleister, die solche Ärzte bestechen, machen den Wettbewerb kaputt und erhöhen damit die Kosten zum Schaden aller.

Es geht also um Verbrechen. Da verwundert an dem gestern beschlossenen Gesetz gegen die Korruption im Gesundheitswesen eigentlich nur, dass es so spät kommt. Wichtiger als die Strafandrohung wird allerdings sein, ob und wie das Delikt nun tatsächlich verfolgt wird. Schwerpunktstaatsanwaltschaften und eine Kronzeugenregelung fehlen bisher. Dabei wären gerade am Anfang zur Abschreckung markante Ermittlungserfolge notwendig.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.