Kommentar zu Schwarz-Grün in Hessen: "Ein historisches Projekt"

Nach drei Wochen ist es geschafft: CDU und Grüne, jahrzehntelang in herzlicher Feindschaft verbunden, wollen Hessen nun gemeinsam regieren. Dass sie sich zusammengetan haben, ist ein historischer Vorgang, kommentiert HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Petra Wettlaufer-Pohl über die schwarz-grüne Koalition in Hessen

Der erzkonservative hessische CDU-Landesverband und die dem linken Lager zugehörigen Grünen in einem Boot? Wer das für eigentlich unmöglich hält, unterschätzt die Protagonisten des ungewöhnlichen Bündnisses. Volker Bouffier (CDU) und Tarek Al-Wazir (Grüne) haben frühzeitig registriert, dass der Wähler die scheinbar festgefügten Lager zunehmend auflöst und mit Nibelungentreue zur FDP hier und der SPD da kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist.

Dass sie sich zusammengetan haben, ist ein historischer Vorgang. Aber es ist kein Projekt, um das Land zu verändern, wie es Rot-Grün anstrebte. Ein bisschen mehr Integration, ein bisschen mehr Toleranz, ein wenig mehr Bürgerbeteiligung – aber auch der nicht zu unterschätzende Mut, endlich den Haushalt zu konsolidieren. Mehr ist zumindest zur Zeit noch nicht absehbar.

Viel bedeutender aber ist nach den rot-grünen Anfängen in den Achtzigern heute nun der Versuch von Union und Grünen, eine neue Machtoption zu nutzen. Und zu testen, ob diese auch als Modell für Deutschland taugt. Denn die große Koalition muss die Ausnahme bleiben.

wet@hna.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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