Kommentar zum Sieg der AfD: "Kein Grund zur Panik"

Werner Kolhoff über den Umgang mit der AfD

Nach den Erfolgen in Thüringen und Brandenburg sieht sich die AfD als neue Volkspartei. Ihr Erfolg könnte von kurzer Dauer sein - trotzdem müssen ihn die etablierten Parteien ernst nehmen. Ein Kommentar von Werner Kolhoff:

Auch vier AfD-Siege in Folge machen noch keine neue kleine Volkspartei. Kein Grund zur Panik. Es gab immer eine großes Reservoir von Nichtwählern und Enttäuschten, aus dem mal diese, mal jene Gruppierung Erfolge schöpfte, von den Republikanern bis zu den Piraten. Erfolge, die meist so vergänglich sind wie Seifenblasen, wenn sie den Boden erreichen.

Es gab und gibt für Angela Merkel gute Gründe, die CDU inhaltlich zu öffnen – für eine moderne Familienpolitik, für eine liberalere Innen-, Rechts- und Zuwanderungspolitik, für Umweltschutz und mehr Soziales in der Marktwirtschaft. Wie sonst hätte die CDU ihre Dominanz in der Moderne behalten können? Das gibt man nicht so einfach auf, bloß weil so ein Haufen daher kommt, den wenig mehr eint, als das Unbehagen über die sich rasch verändernde Welt.

Nicht übersehen freilich sollten Union und SPD, dass eben längst nicht alle mitkommen beim gesellschaftlichen Wandel. Und dass die schlechteste Antwort darauf Denkverbote sind, wofür Merkels Wort „alternativlos“ steht. Ängste müssen ernst genommen, Probleme diskutiert werden, nicht nur bezüglich der Euro-Rettung, sondern auch bei so heiklen Themen wie dem Umgang mit Ausländern oder der Kriminalität. nachrichten@hna.de

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