Kommentar zu sinkenden Verbraucherpreisen: Gut geölt

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Ein Gespenst geht um in Europa: Deflation. Oder besser Deflationsangst. Ein Kommentar von Jan Schlüter.

Alles wird immer günstiger, deshalb könnten sich Unternehmer mit Investitionen und Verbraucher mit Käufen in Erwartung weiter fallender Preise zurückhalten. Die Folge wäre eine schwer zu stoppende Abwärtsspirale.

Doch davon sind wir in Deutschland und auch in ganz Europa zum Glück weit entfernt. Denn einzig und allein der extrem gesunkene Ölpreis lässt die Teuerung zu einer Verbilligung werden. Wie immer bei den monatlich ausgewiesenen Teuerungsraten dominieren die Energiekosten.

Zurzeit wirkt der niedrige Ölpreis wie ein gigantisches Konjunkturprogramm. Jeder Autofahrer merkt es an der Tankstelle, und die Unternehmen können günstiger produzieren. Allerdings ist die Freude über den Ölpreis-Verfall begrenzt, weil der Rohstoffpreis immer auch ein politischer ist. Russland gerät immer mehr in wirtschaftliche Not, Venezuela ist praktisch pleite.

Erst wenn über einen längeren Zeitraum auch die Preise anderer Waren und Dienstleistungen verfallen, wird die Deflation zu einer Gefahr. Damit ist aber nicht zu rechnen. Und auch das Öl dürfte nicht dauerhaft wie ein Sonderangebot im Schlussverkauf zu haben sein. Die Scheichs haben es in der Hand.

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