Kommentar

Personaldebakel in der SPD: Ein unwürdiges Spiel

Das Personaldebakel in der SPD könnte an der Basis Zweifel an der Regierungsfähigkeit der Partei auslösen, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl

Schlimmer geht’ s nimmer? Doch. Wer derzeit auf die stolze Sozialdemokratie schaut, muss zu diesem Schluss kommen – und das nicht nur wegen der in den Keller gerauschten Umfragewerte.

Das Personaldebakel offenbart vielmehr, dass der Führung der SPD nicht einmal mehr die Satzung heilig gewesen ist auf der Suche nach dem Ausweg aus einer Bredouille, in die nicht Martin Schulz allein die Partei gebracht hat. Doch den Aufstand an der Basis, der sich nun schwerlich wird einfangen lassen, den hat der auf ganzer Linie gescheiterte Vorsitzende zu verantworten. Indem er seine Nachfolgerin nominierte, als sei sie damit schon gewählt.

Die als Hoffnungsträgerin angetretene Andrea Nahles machte das unwürdige Spiel mit. Ein schamloses Postengeschacher von Spitzenfunktionären, von denen aber offensichtlich keiner mit dem anderen kann.

Und die sechs gewählten Stellvertreter? Bis Dienstagabend schien es noch, dass sie für alles mögliche gewählt worden waren, nur nicht, um im Notfall die Partei kommissarisch zu führen. In letzter Minute besann man sich am Dienstag, Scholz übernahm.

Jeder Ortsverein hätte gleich gewusst, was zu tun war, die Führungsspitze nicht. Umso mutiger von Simone Lange, das Hinterzimmergekungel empfindlich zu stören. Am Dilemma der Basis bei der GroKo-Abstimmung ändert das nichts. Längst geht es nicht mehr um den Koalitionsvertrag, sondern darum, ob die SPD mit diesem Personal überhaupt regierungsfähig ist.

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