Kommentar zu Stellenstreichungen bei Siemens: Schwache Leistung

Siemens-Chef Joe Kaeser schneidet tiefer und tiefer: Er vekündete massive Stellenstreichungen. 13.100 Stellen in aller Welt, davon 5100 in Deutschland sollen entfallen. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Ein Arbeitsplatzabbau soll bei Siemens mal wieder die Zahlen aufpolieren. Seit Jahren fährt Siemens ein Sanierungsprogramm nach dem anderen, bei dem immer wieder Personal abgebaut wurde. Dieses Mal soll der Grund die Nachfrageflaute bei großen Gasturbinen sein.

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Die Gründe sind ein schwieriges Marktumfeld undÜberkapazitäten. Denkt eigentlich keiner der Vorstände darüber nach, wie sich ein Markt entwickelt und ob es bei der Dezentralisierung der Energieerzeugung (Stichwort: Erneuerbare Energien) immer noch der großen Turbinen bedarf? Die Karte „Sparen über Personalabbau“ dürfte der Siemens-Vorstand nun mit der dritten Entlassungswelle ausgereizt haben. Die Wirkung dieses Schnittes wird nicht nachhaltig sein, wenn es Joe Kaeser nicht gelingt, den Konzern künftig wieder aus eigener Kraft wachsen zu lassen. Das hat bislang trotz aller Einschnitte beim Personal nicht geklappt.

Somit ist der Stellenabbau zunächst nur ein Befreiungsschlag in der Gewinn- und Verlustrechnung, aber er ist auch ein Armutszeugnis des Managements, dem es nicht gelingt, den Traditionskonzern wieder flott zu machen. Bislang haben alle Hausmittel wie Verkauf von Sparten und die Neuordnung der Konzernbereiche nicht gewirkt. Das ist eine schwache Leistung für den Vorstand eines Weltkonzerns. mwe@hna.de

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