Kommentar zur Sterbehilfe-Debatte: Begleiten, nicht töten

Kurz vor den Wahlen im Mai will das belgische Parlament einen Gesetzentwurf verabschieden, der Sterbehilfe auch an Kindern unter 18 Jahren erlaubt. Ein Kommentar von Detlef Drewes

Detlef Drewes

Die eigene Betroffenheit im Angesicht der sterbenden Kinder (und Erwachsenen) ist der denkbar schlechteste Ratgeber, wenn es um den Tod auf Verlangen geht. Weil wir nie wirklich ausschließen können, eher die eigene Hilflosigkeit bekämpfen zu wollen anstatt dem Sterbenden zu geben, was er braucht. Belgiens Vorstoß, mit dem nur sehr wenigen schwerkranken Minderjährigen das Recht auf ein tödliches Medikament zugestanden werden soll, birgt deshalb eine ganz andere Gefahr: Man täuscht nur vor, sich um die Sterbenden zu kümmern.

Die Palliativmedizin zeigt aber immer wieder, dass die Betroffenen nicht die Todespille, sondern Beistand brauchen. Die Gefahr, sich sozusagen mit einer erlaubten Euthanasie von dieser Pflicht zur Begleitung bis zum letzten Schritt loskaufen zu können, ist groß. Viel zu groß. Nein, es ist zu einfach, alle Türen für die aktive Sterbehilfe zu öffnen und die Verantwortung bei den Ärzten abzuladen.

Angehörige, Freunde, Eltern alle können aus der Pflicht, den Weg eines Sterbenden mitzugehen, nicht entlassen werden. Wer Schwerkranken helfen will, muss sie begleiten und ihnen einen weitgehend schmerzfreien, würdevollen Tod ermöglichen. Sie zu töten, ist der falsche Weg.

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Rubriklistenbild: © HNA

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