Kommentar zur Steuerprüfung: Steuermoral untergraben

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Weltweit gibt es immer mehr Reiche - und sie werden immer wohlhabender. Aber die meisten Länder besteuern sie nicht streng genug, rügt die OECD. Ein Kommentar von Werner Kolhoff.

Wer als normaler Arbeitnehmer bei der Steuererklärung schummelt, wird erwischt. Jedenfalls wenn er für den Arbeitsweg zwölf Kilometer angibt und es in Wirklichkeit nur zehn sind. Das messen die im Finanzamt nach, einfach mit Google Maps.

Anders ist es, wenn man Millionen hat und sein Geld mit Vermietungen, Immobilien, Aktien, Beteiligungen und anderem verdient. Dafür gibt es kein Google. Dafür gibt es nicht einmal eine richtige Überprüfung, weil es dafür zu wenig Finanzbeamte gibt. Wenn die Steuererklärungen mittlerer Betriebe nur alle 15 Jahre und die von Vermögenden alle sieben Jahre genauer unter die Lupe genommen werden, ist das ein Skandal.

Und das nicht einmal wegen des entgangenen Geldes. Es ist ein Skandal, weil dahinter politische Absicht stecken muss. Der Bundesrechnungshof hat ebenso wie jetzt die OECD die Zustände schon früher angeprangert. Aber manche Bundesländer, in deren Hoheit der Steuervollzug liegt, wollen ihre Millionäre wohl nicht vergraulen. Was dabei übersehen wird: Die allgemeine Steuermoral wird so massiv untergraben – am Ende auch die der normalen Arbeitnehmer.

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