Kommentar zu Stierkämpfen: Längst überholte Tradition

Die EU subventioniert keine Stierkämpfe. So kommentierte die Kommission Zeit die Tradition, die für Debatten sorgt. Doch das ist fadenscheinig, meint Mirjam Moll in ihrem Kommentar.

Denn natürlich profitieren Bullenzüchter in Spanien genauso von den Agrarzuschüssen aus Brüssel wie Milchbauern im Allgäu.

Dabei steht das martialische Schauspiel im Widerspruch zur europäischen Tierschutzrichtlinie, nach der kein Tier unnötig leiden sollte. Unternommen wurde bisher trotzdem nichts, denn auch hier gibt es eine passende Ausrede: das Subsidiaritätsprinzip, nach dem nationale Angelegenheiten auch von den nationalen Regierungen geregelt werden.

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Doch dieses Prinzip darf nicht davor schützen, weiter ungestraft Tiere zu quälen. Die EU hat mit viel Einsatz Richtlinien für die artgerechte Tierhaltung bis hin zu ihrer Schlachtung durchgesetzt. Umso unverständlicher ist es, dass sie ein Ritual zulässt, bei dem die Tiere oft noch minutenlang leiden müssen - und dies auch noch mitfinanziert.

Tradition und Kultur sind Teil unserer Identität. Das allein macht sie aber noch längst nicht erhaltenswert. Sie dürfen nicht als Rechtfertigung grausamer Akte gelten, die wir anderswo verurteilen.

nachrichten@hna.de

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