Kommentar zur Stimmung gegen Migranten und Flüchtlinge: Diffuse Ängste

Brennende Flüchtlingsunterkünfte, Tausende Islam-Gegner auf den Straßen: Wer den Populisten jetzt nicht das Feld überlassen will, muss sich um Einwanderungspolitik kümmern, meint Petra Wettlaufer-Pohl.

Da sind sie wieder, die dumpfen Hakenkreuzschmierer, die Häuser anzünden, in denen diesmal glücklicherweise noch keine Flüchtlinge lebten. Kein Wunder, wenn sie sich stark fühlen, wo doch Zehntausende auf die Straße gehen und vor den Fremden warnen.

Zehntausende Neonazis? Wohl kaum, nur ein Teil von ihnen gehört in das Lager der Extremisten. Aber das macht es nicht weniger beklemmend. Viele derjenigen, die da hinter den Bannern der Pegida herlaufen, treiben wohl eher diffuse Ängste. Furcht vor Menschen und Kulturen, die sie nicht kennen. Ob Einwanderer oder Flüchtling spielt für sie keine Rolle. Wie anders ist zu erklären, dass die Pegida in Dresden den größten Zulauf hat, obwohl in Sachsen weit weniger Muslime leben als in den Großstädten der alten Bundesländer?

Aber auch dort hilft das Beschwören der Vorteile der Migration nicht unbedingt weiter. Wer nicht zulassen will, dass Extremisten oder auch nur Populisten vom rechten Rand das Feld besetzen, muss sich über Einwanderungspolitik Gedanken machen. Das würde auch den Flüchtlingen helfen, die unseren Schutz dringend brauchen.

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