HNA-Meinung

Kommentar zum Streit um Tierversuche: "Sachlich bleiben"

HNA-Redakteurin Tatjana Coerschulte

Ein Streit über Tierversuche eskalierte in Bremen in Form ganzseitiger Anzeigen radikaler Tierschützer. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Tatjana Coerschulte.

Bilder von Versuchstieren mit aufgerissenen Augen und Elektroden im Kopf lassen niemanden kalt, dafür muss man kein radikaler Tierschützer sein. Niemand mag andere Lebewesen leiden sehen – die meisten Wissenschaftler übrigens auch nicht. Wer in Deutschland Tierversuche unternimmt, unterliegt zahlreichen Vorgaben, amtlichen Kontrollen und Selbstverpflichtungen, die auch angeregt durch öffentliche Diskussionen laufend reflektiert werden.

Wer diesen Wissenschaftlern wie im Bremer Streit die Menschenwürde abspricht, legt eine Hysterie an den Tag, die eine sachliche Debatte unmöglich macht. Über das, was für die Forschung unabdingbar ist, muss man aber diskutieren können und dürfen, das gebietet schon das Gewissen.

Beschimpfungen verstellen da nur den Blick, und sie sind auch ein bisschen verlogen. Denn Tierversuche werden an akademischen Instituten für die Grundlagenforschung eingesetzt. Was diese bewirkt, wird manchmal erst Jahrzehnte später deutlich. Was ist, wenn die Erkenntnisse von heute in 20 Jahren ein Medikament ermöglichen, das Parkinson-Patienten heilt? Das nehmen dann alle, vermutlich auch ehemals heißblütige Tierschützer.

Schreiben Sie eine Email an die Autorin: coe@hna.de

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