HNA-Meinung

Kommentar zum Streit über Transitzonen: Irrationale Diskussion

Sollen sie "Transitzonen" heißen oder "Einreisezentren"? Der Streit um die Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge ist Haarspalterei, sagt HNA-Kommentator Werner Kolhoff: Denn es geht um Menschen.

Es ist ein Streit von jener irrationalen Art, wie sie nur die Politik hervorbringt. Begriffe und Symbole haben sich längst verselbstständigt; die Gesichtswahrung ist das eigentliche Ziel. Was sind denn „Einreisezentren“, die sozialdemokratische Variante der Debatte? Geht es überhaupt ums Reisen? Was sind „Transitzonen“, die die CSU als Allheilmittel sieht? Wohin soll es denn von der bayerisch-österreichischen Grenze aus im Transit gehen -– nach Holland? Oder nur in die anderen Bundesländer? Alles Wortklauberei.

Es geht um Menschen, die in Massen nach Deutschland strömen und sich nicht aufhalten lassen, jedenfalls nicht gewaltfrei. Und Gewalt gegen Asylsuchende steht nicht im Grundgesetz, auch nicht Haft. Denn die Betroffenen haben nichts verbrochen.

Worum es einzig gehen kann und muss, sind Einrichtungen für die geordnete Erfassung und Verteilung der Menschen, auch für die Rückführung der Nichtberechtigten. Diese Einrichtungen können überall stehen und man kann sie nennen wie man will. Den Flüchtlingsstrom stoppen sie ohnehin nicht. Die Koalition sollte die Leute mit diesem zweitklassigen Streit nicht länger langweilen.

Rubriklistenbild: © k r o h n f o t o . d e

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