Ruslands Präsident lässt Pussy Riot frei

Zwischenruf zu Putins Amnestie: "Taktisches Mittel"

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Jörg Stefan Carl

Russlands Präsident erlässt eine Amnestie. Darunter fallen auch die inhaftierten Musikerinnen der Punkband Pussy Riot und der Kreml-Gegner Michail Chodorkowski. Ein Zwischenruf von HNA-Redakteur Jörg S. Carl.

Da sage noch einer, Sport sei unpolitisch. Das oft kritisierte Olympiaspektakel wirft zur Freude der politischen Häftlinge in Russland diesmal helle Schatten voraus. Weil die Prestigespiele des russichen Präsidenten ungetrübt vonstatten gehen sollen, versucht Wladimir Putin Druck aus dem Kesssel zu nehmen. Er kann keine neue Protestwelle auf Moskaus Straßen während der Winterspiele gebrauchen, und er möchte sich auf der Bühne von Sotschi als Lichtgestalt im Glanz von Medaillen und Machtvollkommenheit präsentieren. Absagen namhafter und einflussreicher Gäste stören da ebenso sehr wie permanente internationale Kritik an Menschenrechtsverletzungen. Das sind die Hauptgründe für die landesweite Amnestie zum jetzigen Zeitpunkt.

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So sind die Haftentlassungen taktische Mittel zum Zweck der lupenreinen Inszenierung, die sich Putin für sich selbst und sein Land von Olympia verspricht. Die Amnestie entspringt keiner plötzlichen Akzeptanz demokratischer und rechtsstaatlicher Grundlagen. Putin wird nach den Spielen weitermachen wie bisher: als Despot im Demokratengewand.

Von Jörg S. Carl

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