Kommentar zum Tarifabschluss in Hessen: Es droht noch Krach

Das Land Hessen und die Gewerkschaften haben sich auf einen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst geeinigt. Was der bedeutet, bewertet unser Redakteur Max Holscher.

Jetzt ist es auch in Hessen geschafft: Die Angestellten des Landes bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaften zeigen sich zufrieden. Auch das Innenministerium verkauft die Einigung als „maßgeschneiderter Hessentarif.“ Dabei ist sie im Kern nur das, was die Tarifgemeinschaft der Länder bereits Ende März für die anderen Bundesländer beschlossen hat.

Seit 2004 fährt Hessen eine eigene Verhandlungsschiene. Mit Blick auf die Einigung, stellt sich zukünftig die Frage, ob eigene Tarifverhandlungen in Hessen überhaupt nötig sind, wenn am Ende dasselbe herauskommt. Zwar ist die Lohnerhöhung in diesem und im kommenden Jahr in Hessen und den anderen Ländern unterschiedlich hoch angesetzt, doch steht unterm Strich 4,4 Prozent mehr Gehalt.

Ob ein freier Tag für ehrenamtliche Engagierte den eigenen Verhandlungsmarathon rechtfertigt, ist fraglich.

Ein Problem bleibt: Die 115 000 Beamten schauen in die Röhre. Hier droht Knatsch. Denn es ist unwahrscheinlich, dass die Regierung von ihrer Nullrunde für die Beamten abrückt - denn das könnte sie Glaubwürdigkeit beim Sanieren des Landeshaushaltes kosten.

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