Kommentar zum Terror in Brüssel: Vertrauen verloren

Die Ermittlungspannen der Terrorfahnder in Belgien zeichnen ein fatales Bild. Die Behörden haben Vertrauen verspielt, kommentiert Detlef Drewes.

Es traf Brüssel, weil für eine dritte Terror-Aktion in Paris die Zeit fehlte. Der ganze Wahnsinn der Täter spiegelt sich in diesem einen Satz wider. Es gab keine ideologisch oder gar islamisch geprägte Auswahl der Ziele, geschweige denn der Opfer. Man wollte einfach töten und Angst säen.

Und baute dafür offenbar über Jahre hinweg eine straffe Kommando-Struktur auf – unter den Augen der Sicherheitsbehörden, nur ein paar Kilometer von dem Ort entfernt, wo sich jeden Monat Europas Innenminister trafen und den Kampf gegen den Terror planten. Die EU-Metropole Brüssel hat ihr Vertrauen in die Politik und auch die Ermittler verloren.

Je mehr Details dieser sinnlosen Tat ans Licht kommen, umso mehr sind die Menschen getroffen. Die zahlreichen Fahndungspannen ergeben zusammen mit den seit Jahren vorliegenden, aber nicht ernstgenommenen Hinweisen über die Vorgänge in einzelnen Stadtteilen ein fatales Bild. Es kommt einer Bankrott-Erklärung des Staates gleich, der seinen Bürgern eines der wichtigsten Güter nicht garantieren kann: Sicherheit.

Deshalb fällt es schwer zu glauben, dass Belgien diese Anschläge ohne politische Konsequenzen und ohne Anfälligkeit für radikale Lösungen überstehen wird.

Und wer wollte es den Menschen in Belgien verübeln?

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