"Ein Frösteln geht durch Europa"

Tibor Pézsa über längere Laufzeiten für Griechenland-Kredite

Das Münchner ifo-Institut hat ausgerechnet, was längere Kreditlaufzeiten und Zinssenkungen der Griechenkredite kosten würden: 2,5 Milliarden allein für Deutschland. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Wenn es eins gibt, was Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nicht will, dann ist es eine Diskussion über einen neuen Schuldenerlass für Griechenland. Denn Ende Mai stehte die Europawahl an. Das Vertrauen in die Rettungspolitik soll nicht wieder erschüttert werden. Und auch wenn Athen nach Ansicht führender Ökonomen nie in der Lage sein wird, seine Schulden zu begleichen, so soll das zumindest in Deutschland bitte erst in 30, 40, 50 Jahren auch so genannt und gefühlt werden dürfen.

Schäuble und mit ihm die europäischen Eliten haben wenig Spielraum. Denn es gibt auch eine portugiesische, eine italienische, eine griechische Sicht auf die Dinge. Wenn die Konstruktionsfehler der Eurozone Deutschland auch nur annähernd in einen solch schmerzhaften Anpassungsprozess gezwungen hätten wie Griechenland, dann wäre Euroland heute schon Geschichte.

Was würde wohl passieren, wenn heute einer in einer Straßenbahn eine Schweizer Fahne auspacken oder sie an seiner Autoantenne flattern lassen würde? Mit wissenden Blicken und hochgereckten Daumen wäre zu rechnen. „Fuck the EU“ - der US-Diplomatin Victoria Nuland rutschte es raus, Millionen Schweizer meinen es genau so, und die europäischen Eliten fröstelt es. Aus dem einstigen Friedensprojekt Europa ist ein Kontinent im Stress geworden. tpa@hna.de

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