Kommentar: Tibor Pézsa über die zerstrittene Koalition

"Eigentlich hatten Philipp Rösler und Angela Merkel lange genug Zeit, um sich auf diese Situation vorzubereiten. Doch das Kandidatenverbrennen bis zum Koalitionskrach zeigt: Sie hatten wieder einmal Wichtigeres zu tun, als sich abzustimmen.

Mit ihrem Wechsel zu Joachim Gauck signalisieren die Liberalen, dass ihnen fast jede Wende akzeptabel erscheint, wenn sie denn hilft, aus dem Umfragetief herauszukommen. Gauck ist plötzlich Liebling der FDP, weil er Lieblingskandidat der Deutschen ist.

Den damit verbundenen Affront gegenüber Angela Merkel nehmen Rösler & Co. absichtlich in Kauf. Zwar deuten alle Umfragen darauf hin, dass die FDP bei nächster Gelegenheit aus dem Bundestag fliegt - doch noch wird sie von der Union als Mehrheitsbeschaffer gebraucht. Noch gäbe es ohne die FDP keine Regierungspartei CDU - und keine Kanzlerin Angela Merkel.

Die anstehende Bundesversammlung ist ein erstklassiges Feld für politische Signale aller Art. Die FDP drohte ihrem Partner also mit politischem Freitod und machte sich schon mal hübsch. Aber für wen? Es war schon immer eine Schwäche der Liberalen, dass ihnen diese Frage nicht so wichtig war. In der am Horizont aufscheinenden großen Koalition wird sie jedenfalls nicht gebraucht. tpa@hna.de

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