Kommentar zur Trauerfeier für  Schmidt: Mehr als nur Anteilnahme

Es war ein Staatsakt der persönlichen Worte. 1800 geladene Gäste verabschiedeten sich in der Hamburger Kirche St. Michaelis von Altkanzler Helmut Schmidt.

Auf den Straßen verfolgten Tausende den langen Trauerzug durch die Stadt, teilweise gab es sogar Applaus. Ein Kommentar vonm HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Wer den Tod eines nahestehenden Menschen erlebt hat, der weiß, wie sehr ein solcher Abschied das Leben verändern kann. Jeder Mensch hat Bedeutung für andere. Für die Weiterlebenden gibt es mindestens zwei Leben, eines mit dem Verschiedenen und eines danach.

Bei einer Jahrhundertgestalt wie Helmut Schmidt gilt dies weit über die engeren Kreise des Verstorbenen hinaus. Gewiss, die Zeit vergeht, und mit ihr die Aufregungen des Tages. Helmut Schmidt, der Fluthilfe-Organisator und Rote-Armee-Fraktion-Bezwinger war alt. Die Zeit des Altkanzlers, der in jungen Jahren sogar noch am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte, liegt weit zurück. Energiekrise, Nachrüstung, West-Ost-Politik? Ach ja, damals.

Umso mehr ist das, was gestern in Hamburg geschah, nicht nur herzliche Anteilnahme am letzten Weg des großen Mannes. Es ist auch die Anteilnahme der Nachgeborenen an sich selbst, es ist das aufsteigende Bewusstsein, dass jetzt sie diejenigen sind, welche den Krisen und Herausforderungen ihrer Zeit in eigener Verantwortung begegnen müssen. Helmut Schmidt hat seine Antworten gegeben, und irgendwann vergeht jede Geschichte. Jetzt aber kommt es auf uns an, nehmen wir uns ein Beispiel.

Staatsakt zu Ehren von Helmut Schmidt im Hamburger Michel

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