Kommentar zum Treffen der EU-Innenminister: Ärger über Merkel

Am Montagabend tagten die EU-Innenminister, um über die Verteilung der Flüchtlinge zu sprechen. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

Die humanitäre Geste Deutschlands ist zum Problem geworden. Mehr noch: Es sind nicht wenige europäische Partner, die sich vom Freibrief zur Einreise für syrische Kriegsopfer ebenso erpresst fühlen wie nun von der Wiedereinführung der Grenzkontrollen durch die Bundesregierung. Man lasse sich nicht zwingen, hieß es am Montag am Rande des Krisentreffens der Innen- und Justizminister in Brüssel mehrfach.

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Genau diesen Eindruck wird die Bundeskanzlerin in den nächsten Wochen ausräumen müssen, wenn sie den Flüchtlingen wirklich helfen will. Denn bisher ist nicht zu erkennen, wie sich wenigstens die 25 Regierungen, die am europäischen Asylsystem teilnehmen, auf eine Linie bringen lassen. Natürlich sind die Appelle zu Solidarität richtig und angebracht. Sowohl für Solidarität mit den Asylbewerbern, aber eben auch für die inzwischen überforderten Aufnahmestaaten.

Aber eine europäische Absprache vor der Öffnung der Grenzen wäre wohl besser gewesen als hinterher. Es gibt Verärgerung, es gibt Missstimmung und es gibt harte Fronten, die bisher nicht aufzuweichen sind. Die Innenminister waren am Montag überfordert. Ein Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs erscheint überfällig.

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