Kommentar zur Türkei und Kurden: Zerstörte Fantasien

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Bei einem Autobomben-Anschlag in Ankara starben am Mittwochabend mindestens 28 Menschen.

Ankara macht kurdische Milizen in der Türkei und Syrien für die jüngsten Terroranschläge verantwortlich und reagiert mit Vergeltung. Ein Kommentar von Jörg S. Carl

So unübersichtlich die Lage in Syrien und in den Kurdenregionen ist, die strategischen Ziele der Türkei sind klar: das Assad-Regime beseitigen und - noch wichtiger - einen Kurdenstaat verhindern. Denn der würde langfristig wohl Grenzen sprengen, sich über Syrien und den Nordirak ausdehnen und womöglich den Wunsch der türkischen Kurden nach einer Eingliederung in dieses so verlockende Staatsgebilde ins Unkontrollierbare steigern.

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Die Erdogan-Linie ist unverrückbar: Kein Stück des türkischen Staatsgebietes soll jemals aufgegeben werden. Dabei setzt Ankara auf Eskalation durch Gewalt statt auf Verhandlungen über eine echte kurdische Autonomie innerhalb der türkischen Grenzen. Fantasien von einem vereinten und mächtigen Kurdistan werden mit Bomben und Granaten zerstört. Das ist die Absicht. Die Folge: neuer Terror, neue Kämpfe, viele Tote auf allen Seiten.

Ein Ende dieses Irrwegs ist nicht in Sicht. Und offenbar auch niemand, der den türkischen Staatschef ernsthaft zum Umdenken bewegen will.

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