HNA-Meinung

Kommentar über den G 7-Gipfel und Russland: Der Rauswurf

Detlef Drewes

Die Krim-Krise spaltet die internationale Gemeinschaft: Als G7 unter Ausschluss Russlands wollten die führenden Industriestaaten bei einem Krisengipfel in Den Haag nach einer Antwort auf die Annexion der ukrainischen Halbinsel durch Moskau suchen. Dazu ein Kommentar von Detlef Drewes:

Bei einem seiner letzten Gipfeltreffen mit der EU-Führung zauberte Russlands-Präsident Wladimir Putin einen fulminanten Plan aus der Tasche: Parallel zum damals bereits geplanten europäisch-amerikanischen Freihandelsabkommen schlug er eine gemeinsame Wirtschaftszone von der Atlantikküste bis an die russisch-chinesische Grenze vor.

Um die Dimension des Fehlers, den Putin mit der Krim gemacht hat, ermessen zu können, muss man sich klarmachen, was Moskau damals hätte erreichen können und nun verloren hat: Europa wird mehr oder minder zügig den Freihandel mit Washington vereinbaren und dadurch auch in den Genuss von Gaslieferungen kommen. Während Russland einmal mehr vor der Tür des ohnehin schon größten Verbrauchermarktes der Welt steht.

Nicht Brüssel hat Moskau die Tür zugeschlagen, sondern der russische Präsident selbst. Der Rauswurf aus der Reihe der großen Industrienationen steht dafür als Symbol. Putin hätte ahnen können, dass der Westen auf diese Weise reagiert. Er hat für den Wiedergewinn eines nationalen Symbols das Gewicht Russlands auf der Weltbühne riskiert – und verloren.

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