Kommentar über den Nahen Osten: Logik des Krieges

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Ein Abschluss einer russischen Rakete von einem Kriegsschiff. Derzeit beschießt die russiche Armee Ziele im Bürgerkriegsland Syrien.

Die von Russland im syrischen Bürgerkrieg eingesetzten Marschflugkörper alarmieren einem Medienbericht zufolge Luftfahrtorganisationen und Fluglinien. Ein Kommentar von Wolfgang Blieffert.

Wenn das Bild vom Pulverfass Nahost je gestimmt hat, dann in diesen Tagen: In Israel droht ein neuer Aufstand der Palästinenser. Kurden und Türken bekriegen sich heftig, die Hintergründe des Anschlags von Ankara liegen weiter im Dunkeln. Und mit dem Auftreten Russlands auf dem syrischen Kriegsschauplatz hat der Konflikt eine neue Dimension erhalten.

Das betrifft zum einen ganz konkret Gefahren für den Luftraum der Region. Wo täglich hunderte Flugzeuge und Marschflugkörper verschiedenster Armeen unterwegs sind, können auch unabsichtliche Konfrontationen nicht ausgeschlossen werden. Kein Wunder, dass die Europäische Agentur für Luftsicherheit beunruhigt ist.

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Zum anderen verändert Präsident Putins unverhohlene Unterstützung des Diktators Assad die Lage dramatisch. Zumal er nicht nur die Terroristen des Islamischen Staates bombardieren lässt, sondern auch andere Gegner des Machthabers in Damaskus. Denn mit Assad soll ein Minimum an Stabilität in Syrien gewährleistet werden. Aus Putins Sicht hat dieses Vorgehen sogar eine gewisse Logik. Denn er verweist darauf, dass die USA und ihre Verbündeten einst Iraks Diktator Saddam stürzten, dabei keinen Plan für die Zukunft hatten, und das Land somit dem Chaos überantworteten. Ein ähnliches Schicksal ereilte Libyen nach dem Sturz des Despoten Gaddafi.

In Wahrheit aber dient Putins Syrien-Engagement nur einem Ziel: der Demonstration seines Großmacht-Anspruchs. Putin füllt dabei das politische Vakuum, das durch die desinteressierte Haltung Präsident Obamas entstanden ist.

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