Kommentar über den Terror in Mali: Nur noch bremsen

Der Angriff auf ein Luxushotel in Malis Landeshauptstadt Bamako zeigt, dass militärische und politische Interventionen den islamistischen Terror nicht beseitigen können, meint Nachrichtenredakteur Jörg S. Carl.

Die Methode des islamistischen Terrors in Afrika gleicht dem in Arabien. Er nistet sich ein, um in die Tiefe zu wuchern und sich in der Fläche auszubreiten. Mali ist ein zerfallender Staat. Er wird nur von der einstigen Kolonialmacht Frankreich und UN-Einheiten am Überleben gehalten – im perfiden Plan der Hassprediger also ein lohnendes Ziel. Solche „failed states“ sind wie geschaffen für Terrorbanden, sind Betätigungsfeld und Rekrutierungsbecken für Dschihadisten made in Afrika.

Mali ist auch ein weiteres Exempel dafür, dass politische Initiativen und Entwicklungshilfe zwar gut gemeint, aber keine Allheilmittel sind. Die Terrorbereitschaft ist dadurch nicht verringert geworden. Und korrupte Eliten sind Teil des Problems, dass solche Staaten Armenhäuser bleiben.

Das Beispiel Mali zeigt folglich, dass militärische, politische und ideelle Interventionen den islamistischen Terror nicht beseitigen, sondern bestenfalls bremsen können. Er ist zu mächtig, zu mitreißend geworden. Mittlerweile droht er sich beinahe weltweit von Generation zu Generation zu vererben und von einem schwachen Staat zum nächsten überzuspringen. Es geht deshalb ganz pragmatisch und mit allen erdenklichen Mitteln nur noch um seine Eindämmung. Die friedliebende Welt wird sich mit diesem Ziel bescheiden müssen.

Gleichwohl ist dieses Ziel alternativlos und eines, das Einigkeit und Verteidigungsbereitschaft verlangt. Ob Deutschlands Partner auf Dauer akzeptieren werden, dass die Bundeswehr dabei am liebsten nur ausbilden und Wache halten will? Das hieße, ein Maximum an Entgegenkommen und Rücksichtnahme zu erwarten. Eher selten in der Politik.

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