HNA-Meinung

Kommentar zum Streik bei der Lufthansa: Anmaßende Piloten

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HNA-Redakteur Ullrich Riedler

Frankfurt. Der drohende Pilotenstreik bei der Lufthansa hat bereits vor Beginn am Mittwoch die Reisepläne Tausender Fluggäste durchkreuzt. Wegen des bis Freitag angekündigten Ausstands wurde nahezu das komplette Flugprogramm abgesagt. Ein Kommentar von Ullrich Riedler über den Streik bei der Lufthansa:

Es ist schon erstaunlich, welche Macht noch im 21. Jahrhundert kleine ständische Gewerkschaften haben. Das hat man beim Lokführerstreik gesehen. Und eine halbe Million betroffene Passagiere erleben es jetzt bei der Lufthansa.

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Dabei geht es den Piloten nicht etwa um die Warnung vor beeinträchtigter Flugsicherheit, weil sie zu lange Arbeitszeiten haben. Nein, sie fordern zehn Prozent mehr Gehalt und komfortablere Übergangsregeln bis zum Erhalt der gesetzlichen Rente.

Dabei gehören Piloten mit Grundgehältern zwischen 55.500 und 193.000 Euro schon jetzt zu den bestbezahlten Angestellten Deutschlands. Dass sie auch noch darauf pochen, dass ihnen der Arbeitgeber weiterhin 60 Prozent des letzten Bruttogehalts als Übergangsversorgung draufzahlt, falls sie vorzeitig aufhören, kann man als anmaßend bezeichnen.

Zumal es nichts mehr zu verteilen gibt. Gerade die Luftfahrtbranche steht unter großem Kostendruck. Deutsche Fluglinien müssen sich im härter werdenden globalen Wettbewerb der Konkurrenz weniger reglementierter Airlines aus Nah- und Fernost erwehren, deren Personal erheblich niedriger entlohnt wird. Doch so weit denkt die Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit nicht. Je länger der Kranich am Boden bleibt, desto höher werden Einnahmeausfälle und Imageverlust.

Kontakt zum Autor: rie@hna.de

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