HNA-Kommentar

"Alternativen Fakten" als Unwort des Jahres: Eine gute Wahl

Der Begriff kommt harmlos daher und ist doch brandgefährlich, sagt HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl über den "alternativen Fakten".

Als die „alternativen Fakten“ vor einem Jahr Furore machten, bewegten sich die Reaktionen zwischen Hohn und Entsetzen über die PR-Truppe von Donald Trump. Denn Fakt ist Fakt oder es ist eben eine Falschbehauptung.

Doch waren nicht die „alternativen Fakten“ das Neue. Neu war, dass Menschen den Begriff ganz unverhohlen verwandten, um Falschbehauptungen als Mittel der öffentlichen Debatte salonfähig zu machen. Bislang galt solches als illegitim, als Versuch, andere subtil zu beeinflussen und dabei eigene Wahrheiten zu konstruieren. Autoritäre Regime taten das, Menschen dort fehlte die Freiheit, sie zu überprüfen.

Dem Internet und den sozialen Netzwerken ist es zu verdanken, dass sich das geändert hat. Selbst dort, wo Machthaber den Zugang beschränken, gibt es längst Möglichkeiten, die technischen Sperren zu umgehen.

Doch gerade die sozialen Medien sind es andererseits auch, in denen jeder ungeprüft als Fakten getarnte Geschichten verbreiten kann. Insofern hat die Jury bei der Wahl des Unworts des Jahres 2017 genau den richtigen Begriff gewählt. Einen, der nicht automatisch Abscheu erzeugt, sondern der scheinbar harmlos klingt. Eine Debatte kann aber nicht funktionieren, wenn jeder seine eigene Wahrheit hat. Das ist die große Gefahr „alternativer Fakten“, die nichts anderes sind als Falschbehauptungen und geeignet, die Gesellschaft zu spalten.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Georg Hilgema

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