HNA-Meinung zum Urteil im Gröning-Prozess

Kommentar zum Urteil im Auschwitz-Prozess: Richtig und notwendig

Das Landgericht Lüneburg hat den früheren SS-Mann Oskar Gröning zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist richtig - ein Kommentar von Barbara Will.

Ob Oskar Gröning tatsächlich hinter Gitter muss, ist offen. Der Angeklagte im vermutlich letzten Auschwitz-Prozess Deutschlands ist ein gebrechlicher Greis, der auf Schonung hoffen kann. Doch mit dem Strafmaß, das über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinausgeht, setzen die Richter ein Signal: Mord verjährt nicht. Altes Unrecht darf nicht ungesühnt bleiben.

Der Prozess war richtig und notwendig – und das wird er auch bleiben, falls Gröning seine Strafe nicht antreten sollte. Denn in Lüneburg ging es um mehr als ein Strafmaß. Es ging um die Aufarbeitung der ungeheuerlichen Verbrechen von Auschwitz. Der Prozess hat den Opfern und ihren Angehörigen Gehör verschafft, hat ihnen eine Stimme und ein Gesicht gegeben. Das ist seine eigentliche Leistung – und der Versuch einer Aufarbeitung in allerletzter Minute. Viel zu lange hat die deutsche Justiz die Vefolgung der NS-Täter verschleppt. Doch dafür gibt es kein Strafmaß.

Lesen Sie dazu auch:

- Früherer SS-Mann Gröning zu vier Jahren Haft verurteilt

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