Kein kollektives Wochenend-Gefühl

Kommentar zur häufigen Arbeit an Sonn- und Feiertagen: "Optimierte Arbeitswelt"

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Tibor Pézsa

Jeder vierte Bundesbürger muss sonn- und feiertags arbeiten. Das geht aus einer Stellungnahme der Bundesregierung hervor. Tibor Pézsa aus der HNA-Nachrichtenredaktion kommentiert diese Entwicklung.

Ja, früher! Da ruhte an Sonn- und Feiertagen das öffentliche Leben. Auch wenn es immer schon Ausnahmen gab: Unvergessen bei den Älteren ist das kollektive Wochenendgefühl von früher: Freiheit, Erholung, Familie und auch ein bisschen Langeweile. Nicht wenige fanden in diesem Wochenrhythmus den 2000 Jahre alten biblischen Schöpfungsmythos wieder: Sechs Tage lang schuf Gott die Erde, am siebten ruhte er.

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Es ist ja nicht so, dass wir heute ununterbrochen durcharbeiten würden. Natürlich machen auch wir unsere Pausen. Doch immer weniger Menschen teilen denselben Rhythmus: Früher war mehr Gemeinsamkeit. Aufs Ganze gesehen gleichen wir heute einem Ameisenhaufen, der nie zur Ruhe kommt.

Logisch: So selbstverständlich, wie wir rund um die Uhr genießen und bedient werden wollen, so selbstverständlich arbeiten wir mittlerweile auch am siebten Tag.

Zum Guten oder zum Schlechten?

Gewonnen hat in unserer optimierten Welt der unduldsame Kunde, der wir auch sind. Doch wer sich den Anforderungen nach höchster Flexibilität und Einsatzfähigkeit nicht fügen kann oder will, der verliert. Am siebten Tag ruht nur noch, wer es sich leisten kann.

E-Mail an den Autor: tpa@hna.de

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