Kommentar zum Prozessauftakt gegen Uli Hoeneß: Zwischen Gut und Böse

Heute beginnt die Hauptverhandlung gegen Uli Hoeneß. Der Präsident des FC Bayern München soll im großen Stil Steuern hinterzogen haben, doch es geht schon lange nicht mehr nur um Recht oder Unrecht. Ein Kommentar von HNA-Sportredakteur Florian Hagemann.

Florian Hagemann über den Prozess gegen den Präsidenten des FC Bayern.

Wenn heute der Prozess gegen Uli Hoeneß beginnt, dann wird es nicht nur um Recht und Unrecht gehen. Vor allem die öffentliche Begleitung wird auch die Moral und Unmoral, den Anspruch und die Wirklichkeit eines Mannes in den Mittelpunkt rücken, der sich nicht nur selbst als Gutmenschen sieht, sondern der zweifelsohne auch Gutes geleistet hat.

Deshalb ist der Fall Hoeneß jetzt schon viel mehr als ein Feld-Wald-und-Wiesen-Prozess, der in den Details juristisch wohl schwer zu fassen sein wird. Es geht hier um die Ehre eines Mächtigen mit mindestens zwei Gesichtern: hier der polarisierende, aber doch sozial eingestellte Boss, dort der Zocker, der seinen Spieltrieb nicht in den Griff bekommen hat.

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Nun muss sich Hoeneß für seine dunkle Seite verantworten. Sein Pech ist dabei zugleich eine Errungenschaft des deutschen Rechtssystems: dass sich diese dunkle Seite nicht einfach mit Wohltätigkeiten wegwischen lässt, dass eine weiße Weste nicht käuflich ist und dass auch dem der Prozess gemacht wird, der sich sein eigenes Paradies mit Millionen von Fans und Unterstützern aus Politik und Wirtschaft durch Klugheit erschaffen hat.

Das große Interesse an seinem Fall hat Hoeneß selbst verschuldet: durch sein Auftreten als Saubermann und die forschen Angriffe gegen die Verfehlungen der anderen. Seine Fallhöhe ist daher enorm. hag@hna.de

Kurzer Bericht aus der Pause beim Hoeneß-Prozess: Phillip Vetter für radioHNA

Eindrücke vom Hoeneß-Prozess: Phillip Vetter für radioHNA

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