Kommentar zu Verhandlungen mit Griechenland: Keine Zeit mehr

Seit Donnerstag verhandeln Vertreter Griechenlands wieder mit Unterhändlern der einstigen Troika. Ein Kommentar dazu von unserem Brüssel-Berichterstatter Detlef Drewes.

Dass Griechenland Vertrauen verspielt, an Glaubwürdigkeit verloren und sich nicht als seriöser Verhandlungspartner erwiesen hat - all das bekam die Athener Führung in den vergangenen Wochen oft genug zu hören. Im Umfeld von Premier Alexis Tsipras fühlt man sich deswegen von der Euro-Familie und den Investoren ungerecht behandelt.

Das mag sein. Aber bisher ist auch nicht erkennbar, dass daraus Konsequenzen gezogen wurden. Die wären einfach gewesen, wenn man Transparenz geschaffen hätte. Aber der wochenlange Schlingerkurs mit sich widersprechenden Äußerungen diverser Kabinettsmitglieder ist zu einem erheblichen Teil mit Schuld an dem Desaster.

Dass die griechischen Unterhändler in Brüssel nun langsam konkret werden und sogar auf erste Beschlüsse und Erfolge verweisen, sei ihnen zugestanden. Man möchte es ja auch so gerne glauben. Aber warum ließ man ausgerechnet die, die helfen wollten, so lange warten und war nicht bereit, den Kontrolleuren zu sagen: Kommt her, wir zeigen euch, was wir anpacken?

Die Grundsatz-Analyse, ob Sparen oder Investieren die Ökonomie ankurbelt, scheint interessant. Aber für theoretische Spielereien bleibt keine Zeit mehr. Athen muss liefern, nachweisen und kooperieren.

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