Kommentar zum Verkaufserfolg von Charlie Hebdo: Eine Verpflichtung

Das Satiremagazin Charlie Hebdo ist eine Woche nach dem Anschlag wieder auf dem Markt und direkt vergriffen. Ein Kommentar von Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Wer kann ermessen, welche Kraft es die Überlebenden bei Charlie Hebdo gekostet hat weiterzumachen? Wir anderen, jedenfalls jene, die das Recht auf Meinungsfreiheit nicht nur für sich selbst, sondern für alle vertreten, nehmen Anteil. So ist es verständlich und gut, dass sich sehr viele Menschen um Ausgaben des Charlie Hebdo nur so reißen, und sei es auch nur als Ausdruck ihrer Solidarität.

Alle Bekundungen der zurückliegenden Tage ändern nichts daran: Solidarität unter Demokraten ist bitter nötig. Das Beispiel der türkischen Cumhuriyet, die Standhaftigkeit der dortigen Journalisten, trotz Zensur, trotz Bedrohung und Verboten, zeigt, dass unser Grundgesetz in der Türkei wohl keine Mehrheit fände. Und dieses Land will in die EU? Machen wir uns nichts vor: Nicht jeder zieht aus den Pariser Attentaten die gleichen Lehren.

Zur ganzen Wahrheit gehört auch: Paris ist uns näher als Aleppo. Das, was in Paris geschah, ist in Syrien und anderen muslimisch-arabischen Staaten schrecklicher Alltag. Und all dies hängt in der vernetzten Welt eng zusammen. Niemand kann sich entziehen. Umso mehr ist jedes Charlie-Hebdo-Heft auch Verpflichtung. Zu Nachdenklichkeit, Haltung, Mut.

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