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Schweizer Volksentscheid über Abschaffung der Rundfunkgebühr: Qualität statt Quote

Mit großer Mehrheit haben die Schweizer eine Initiaitive zur Abschaffung der Rundfunkgebühr abgelehnt. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Peter Klebe.

Die Schweizer haben sich mit ihrer Entscheidung, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in seiner jetzigen Form beizubehalten, ein Stück unabhängigen Qualitätsjournalismus und freie Information gesichert. Das ist gut so - auch wenn viele die Gebühren nur mit Bauchgrummeln zahlen und Kritiker von staatlichem Zwang reden. Aufwändige Recherchen und Programme für Minderheiten kosten Geld, aber sie sind notwendig. Privatsender, die nur auf die Einschaltquote schauen müssen, können das kaum leisten. Bei ihnen überwiegen Gewalt und Showgeplapper - eingeschlossen in lange Werbeblöcke.

Gute Qualität ist aber wichtiger als gute Quote. Das gilt nicht nur für die Schweiz. Das gilt für ganz Europa, wo eine andere Entscheidung der Eidgenossen verheerende Folgen gehabt hätte. Sie wäre Wasser auf die Mühlen der Feinde des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gewesen. Und das sind nicht nur die Gebührengegner, deren Argumente ja in Teilen nachvollziehbar sind.

Das sind vor allem Rechtspopulisten, die gern nur ihre eigene Meinung gelten lassen und kritischen Journalismus oft als Verschwörung brandmarken. Sie wollen selbst definieren, was ausgewogen ist. Die Stimme der Gegner des öffentlichen Rundfunks wird nicht verstummen. Aber vielleicht ein bisschen leiser werden. Und ein bisschen sachlicher.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Peter Schneid

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