Kommentar zu Volkswagen: China ernüchtert

Die deutsche Industrie hat sich lange auf die enormen Wachstumsraten in China verlassen - jetzt aber geht es bergab. Besonders schmerzhaft ist das für VW. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

China war über Jahre das Schlaraffenland für manchen westlichen Autobauer. Nirgendwo verkaufen Volkswagen, Audi und auch BMW mehr Fahrzeuge als in China, und dort erzielen sie auch einen wichtigen Anteil ihres Gewinns. Nun macht sich Ernüchterung breit. Die Verkäufe stagnieren oder sinken sogar. Volkswagen trifft es besonders hart, denn kein deutscher Autokonzern ist so abhängig vom chinesischen Markt. Die drängendste Frage lautet daher: Sind die Verkaufsrückgänge nur vorübergehend oder ziehen sie sich länger hin?

Dabei geht es nicht nur darum, wer das richtige Fahrzeug für den Markt hat. Die Käufer in China sind generell zurückhaltender geworden, die Wirtschaft wächst langsamer und der jüngste Börsencrash kostete die Privatanleger viel Geld. Dieses zögerliche Kaufverhalten wird letztlich auch im VW-Werk Kassel in Baunatal zu spüren sein.

Bereits jetzt ist klar, dass es dort im kommenden Jahr eine Auslastungsdelle geben wird, weil in China Kapazitäten aufgebaut werden, die in Baunatal schrittweise verschwinden. Zwar gibt es Überlegungen, wie diese zu kompensieren sind, aber bislang fehlt eine verbindliche Lösung.

Das dürfte das drängendste Problem vor Ort sein. Denn Überkapazitäten verteuern die Produktion am Standort. Der konzernweite Wettbewerb um neue Produkte wird für die Baunataler härter.

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