Kommentar zu Volkswagen: Durchzug in der Festung

Nach dem Abgasskandal steht der Volkswagen-Konzern vor einem radikalen Umbau. Ob   Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Richtige für diese Aufgabe ist? Dazu ein Kommentar von Barbara Will.

Es scheint kein Stein auf dem anderen zu bleiben bei Volkswagen. Der Vorstand hat seit zwei Wochen einen neuen Chef, der Aufsichtsrat seit gestern. Die beiden neuen starken Männer wollen nun trotz oder gerade wegen des Abgasskandals den Konzern umbauen: Weg mit dem alten Zentralismus, Durchzug in der Festung Wolfsburg. 

Die Umstrukturierung ist überfällig, aber sie kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Der Abgasskandal wird den Konzern mit Milliarden belasten. Investitionen stehen auf dem Prüfstand, Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Zudem stellt sich die Frage, ob der neue Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Richtige für das große Aufräumen ist. Denn er ist der Wunschkandidat der VW-Clans Piëch und Porsche – und damit dem Verdacht ausgesetzt, eher ihr Statthalter als ein Erneuerer zu sein. Zudem könnte der Abgasskandal auch ihn, den ehemaligen Finanzchef, in die Bredouille bringen. Die Aufsichtsbehörden untersuchen, ob die VW-Aktionäre zu spät über die Manipulationen informiert wurden. Für die neuen starken Männer steht viel auf dem Spiel. Scheitern sie, bringen sie VW nicht zurück in die Erfolgsspur, sondern auf einen weiteren Schleuderkurs.

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