Kommentar zu Volkswagen: Ein neuer Tiefpunkt

Einem Bericht des Spiegel zufolge soll es bei Volkswagen Streit um Bonuszahlungen für Vorstände des kriselnden Autobauers geben. Ein Kommentar von Martina Hummel.

Da ist auf der einen Seite der Betriebsrat, der zu Recht vom Vorstand ein Ende der Spekulationen über Jobs und Standorte fordert und auf ein strategisches Konzept für Motoren- und Getriebestandorte wie das Werk Kassel pocht, wenn die Elektromobilität in den Vordergrund rückt.

Auf der anderen Seite steht der Vorstand der Marke Volkswagen, der den Abgas-Skandal meistern soll und nebenbei die gewachsene Mitbestimmung im Konzern stutzen möchte. Denn wenn es ums große Sparen geht, wird der Autokonzern um Personalabbau nicht herumkommen.

Ob Betriebsratschef Bernd Osterloh, Mitglied im Aufsichtsrat und im Präsidium bei Volkswagen, der Richtige dafür ist, um einen Zukunftspakt zu verhandeln, muss man hinterfragen. Denn auch er dürfte aufgrund seiner Funktionen früh gewusst haben, dass beim Thema Diesel einiges im Konzern schief lief.

Klar ist aber, dass weder die gewachsenen Mitspracherechte noch die Schutzregeln des VW-Gesetzes für Standorte und Beschäftigung oder gar die Beteiligung des Landes Niedersachsen für den Dieselskandal verantwortlich sind. Die Schuldigen, die dafür zur Rechenschaft gezogen werden müssen, sitzen in den oberen Etagen des Hauses.

Wenn aber einzelne Vorstände wie Hans Dieter Pötsch Ausgleichs-Millionen kassieren, weil sie den Posten wechselten, kann man dies vielleicht mit dem Arbeitsvertrag begründen. Doch angesichts der vielen Unsicherheiten, die der Belegschaft zugemutet werden, ist damit ein neuer Tiefpunkt der Unternehmenskultur erreicht.

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