Linke will Ausgleich für Feiertage am Wochenende

Kommentar zur Feiertags-Diskussion: Kleine Fluchten

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Wenn ein Feiertag auf ein Wochenende fällt, soll der Montag danach arbeitsfrei sein. Das fordert die Linke. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Barbara Will.

So sind sie halt, die Deutschen: fleißig und konsequent. Fällt ein Feiertag auf ein bestimmtes Datum, dann bleibt es dabei, Wochenende hin oder her. Neujahr erst am 2. Januar feiern, den 1. Mai am 3. des Monats? Hierzulande undenkbar. Ordnung muss sein, im Kalender, in den Werkhallen und in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Denn ein freier Tag mehr kostet die Wirtschaft ein paar Milliarden. Sogar das Bruttoinlandsprodukt, die ehrfurchtsvoll gepflegte Kenngröße der Volkswirtschaft, zittert dabei, wenn auch nur ein ganz kleines bisschen.

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Woanders klappt es doch auch, wenden die Linken ein. Stimmt: In England, den USA und Belgien und vielen weiteren Ländern der Welt wird der verlorene Feiertag am Montag nachgeholt.

Ein hochtouriges, forderndes Arbeitsleben muss ein paar kleine Fluchten in lange Wochenenden zulassen und verkraften können. So gesehen ist der Vorschlag der Linken vernünftig, ihr Vergleich mit anderen Ländern hinkt jedoch. Diese mögen ihren Bürgern mehr Feiertage gönnen, doch dafür haben die Beschäftigten weniger Urlaub und längere Wochenarbeitszeiten als die Deutschen. Die Kompensation ausgefallener Feiertage ist dort kein Verwöhnprogramm, sondern nur Teil einer fairen Arbeitswelt.

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