Kommentar zur VW-Abgas-Affäre: Grenze überschritten

Der Abgas-Skandal bei VW erschüttert das Unternehmen. Dabei war das ein Skandal mit langer Ansage. Ein Kommentar von Wolfgang Riek.  

Was Eltern und Polizisten wissen, verdrängen Politiker mitunter: Regeln, deren Einhaltung nicht kontrolliert wird, verkommen schnell zur Lachnummer. Bei Kindern ebenso wie unter Autobauern.  Spritverbrauchstests, die mit ausgebufften Tricks und allseitigem Wissen geschönt werden, sind plumper Reklameschwindel – sonst nichts. Bei Abweichungen von mehr als zehn Prozent nach oben hört der Spaß endgültig auf, urteilte der BGH schon 2007. Dort beginnen Schadenersatzansprüche – wer den Nerv hat und das Geld, muss sie halt vor Gericht einklagen.Alle Regierungen der Autoexportnation Deutschland hatten für Sorgen und Ansprüche der Kfz-Branche besonders offene Ohren. Mit den vermuteten Abgastest-Betrügereien ist nun erneut eine Grenze überschritten. Auch für wirkungslose Diesel-Nachrüstfilter bekam ein Firmenchef vor Jahren letztlich eine Haftstrafe.

Nun müssen Testverfahren und Normen her, die mehr sind als Lachnummern. Vielleicht sorgt der aktuelle Skandal bei den Verantwortlichen für Einsicht und einen ordentlichen Tritt aufs Gas.

Am Ende, das gerät im Autofahrerland Deutschland zuweilen aus dem Blick, geht es bei gerissenen Abgasgrenzwerten nur vordergründig um mehr Wumms unter der Haube. Tatsächlich geht es um seit Jahren überbelastete Ballungsräume, Asthmatiker, Menschen mit Atemwegserkrankungen sowie Herz-/Kreislaufpatienten, die leiden.

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