Kommentar zur Waffenruhe in der Ost-Ukraine: "Berechtigte Ängste"

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Die Waffenruhe in der Ukraine beruhigt die baltischen Länder nicht: Estland und Lettland sichern ihre Grenzen. Ihre Ängste sind nachvollziehbar - ein Kommentar von Wolfgang Blieffert.

Unsere Sicht auf das Minsker Abkommen über die Waffenruhe in der Ost-Ukraine wird beherrscht von der engagierten Rolle der Kanzlerin und der vagen Hoffnung, Russland werde die Separatisten zum Einlenken zwingen. Aus dem Blick gerät dabei leicht, dass der Ukraine zugemutet worden ist, sich auf unabsehbare Zeit mit dubiosen Volksrepubliken abzufinden, die mit militärischer Hilfe Moskaus im Donbass errichtet worden sind.

Was in der vergangenen Woche im Westen als Hoffnungsschimmer von Minsk gefeiert wurde, hat im Baltikum die Alarmglocken schrillen lassen. Vor allem in Estland und Lettland mit ihren starken russischen Minderheiten fürchtet man Aggression durch den großen Nachbarn. Verstärkt werden diese Ängste durch die bitteren Erfahrungen, die die Balten mit Sowjetdikator Josef Stalin machen mussten.

Dass die Staaten mit ihrem Beitritt zum Nato-Bündnis Anspruch auf militärischen Beistand gegen einen Aggressor haben, gibt ihnen nur auf dem Papier Sicherheit. In der politischen Realität treibt sie die Furcht um, die starken Partner könnten sie eines Tages um des lieben Friedens willen hängen lassen.

Das kann man natürlich als Paranoia kleiner Länder abtun. Dies so zu sehen, ist allerdings die arrogante Sicht der großen.

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