Kommentar zur Wahl in Baden-Württemberg: Auf grünem Teppich

Die Grünen gehen als Gewinner aus den Landtagswahlen in Baden-Württemberg hervor. Dazu ein Kommentar von Wolfgang Riek über den alten und wohl neuen Ministerpräsidenten Winfrid Kretschmann.

Wir bleiben auf dem Teppich - auch wenn der Teppich fliegt“: Mit diesem Motto empfahl Baden-Württembergs alter und wohl auch neuer Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Wählern seine Partei 2011. Der Teppich flog so gut, dass jetzt drei von vier Wählern in Umfragen ihr Ländle für die Zukunft gut gerüstet sehen. Im Schlepptau des Kretschmann-Teppichs waren Umfragewerte der Grünen schon vor Wochen an denen der CDU vorbeigesegelt.

Dem Landesvater-Bonus des 67-jährigen Älblers, der sich gern als konservativ und in der Wolle gefärbten Katholiken vorstellt, hatte Herausforderer Guido Wolf nichts entgegenzusetzen. Aber auch ihren kleinen Koalitionspartner SPD, deren Spitzenmann Nils Schmid schnell den Spitznamen „kleiner Nils“ weghatte, drückten die Grünen derart ins Abseits, dass SPD-Verluste in Prozentpunkten denen der CDU ziemlich nahekommen.

Kretschmanns Teppich schwebt schon Richtung Neustart, den Schub liefert ein grüner Wahlsieg, den es so triumphal noch nie gab: Schnell abheben könnte Grün-Schwarz. Die Fast-60-Jahre-an-der-Macht-CDU dürfte dieses Bündnis mächtig Selbstüberwindung kosten. Kretschmann gar nicht: Er hat über das Modell Schwarz-Grün schon 2006 mit seinem CDU-Vorvorgänger Günther Oettinger sinniert.

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