Kommentar zur Wahl der Deutschen Bischofskonferenz: Starke Linie mit Rom

Tibor Pézsa über die Neuordnung in der Katholischen Kirche

Seit einem Jahr ist Papst Franziskus im Amt, seit Mittwoch führt Reinhard Marx die Deutsche Bischofskonferenz. Was das bedeutet, analysiert HNA-Redakteur Tibor Pézsa.

Die Wahl von Reinhard Marx zum Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz ist in der sich mit Franziskus erneuernden katholischen Kirche das, was man im Schach eine „starke Linie“ nennt: Turm und Turm, die sich gegenseitig helfen.

Reinhard Marx kann mit Franziskus, wie er auch überhaupt mit sehr vielen Menschen kann, und das ist nicht nur für die franziskanisch gesonnenen, reformorientierten deutschen Katholiken eine gute Nachricht. Marx genießt auch in konservativen Kirchenkreisen Respekt, so etwa bei dem entmachteten, wenn auch nicht gedemütigten Präfekten des Päpstlichen Hauses und einstigen Benedikt-Intimus Georg Gänswein und bei dem neuen Chef der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller.

Wie stark die Reform-Unwilligkeit konservativer Kirchenkreise ist, haben Gänswein und Müller schon in bis dahin undenkbarer Deutlichkeit durchblicken lassen. In dieser Situation braucht Franziskus genau so einen wie Reinhard Marx. Und die deutschen Bischöfe haben mit dessen Wahl zu ihrem Sprecher ein Zeichen gesetzt, das auch von Müller und Gänswein verstanden worden sein dürfte.

Eine interessante, neue Arbeitsteilung: Kardinal Müller definiert und überwacht die rechte Lehre. Und Franziskus und Marx gehen solange Menschen fischen. tpa@hna.de

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.