Kommentar zur Wahl in Polen: Willkommen in der Wirklichkeit

Bei den Parlamentswahlen in Polen hat die nationalkonservative Partei PiS mit Spitzenkandidatin Beata Szydlo die absolute Mehrheit errungen. Jetzt kommt der Praxistest, auch für den Abschottungskurs der PiS in der Flüchtlingsfrage. Dazu ein Kommentar.

Gut möglich, dass sich Angela Merkel und die künftige polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo auf persönlicher Ebene gut verstehen. Ihr politischer Werdegang ähnelt sich: Beide wurden zu Beginn ihrer Laufbahn unterschätzt, von einem mächtigen Konservativen gefördert und arbeiteten sich aus dessen Schatten heraus. Szydlo wird zudem die deutschen-feindlichen Töne ihres Mentors Kaczynski vermeiden. Sie gilt als gemäßigt.

Anders als Angela Merkel muss sie aber in der internationalen Politik erst Erfahrung sammeln, und da könnte der Polin nun der Tsipras-Effekt bevorstehen. Auch der griechische Premierminister hat begreifen müssen, dass trotzige Versprechungen im Wahlkampf einfach, Verhandlungen mit den Partnern in der EU aber anspruchsvoll sind.

Szydlos nationalkonservative Partei hat mit der Stimmung gegen Flüchtlinge Wahlkampf gemacht. Was der Wahlkampf ausklammerte: In dieser Schlüsselfrage zählt nicht, was ein einzelnes EU-Land will. So wenig wie Griechenland einfach Sparauflagen abschütteln konnte, wird Polen sich weigern können, seinen Teil zur Lösung der Fluchtkrise beizutragen. Schließlich hat sich das Land gegenüber dem EU-Geld, das den Wirtschaftsaufschwung beförderte, auch nicht abgeschottet. Das sollte Angela Merkel ausführlich erklären, gern in einem persönlichen Gespräch.

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