Kommentar zur Wahl in Rheinland-Pfalz: Kandidatin überzeugt

Während die SPD andernorts marginalisiert wurde, konnte Malu Dreyer gestern sogar noch zulegen. Ein Kommentar von Petra Wettlaufer-Pohl.

Was für ein Erfolg an diesem für die SPD insgesamt so katastrophalen Abend: Malu Dreyer darf ihn wohl für sich verbuchen. Freundlich im Wesen, hart in der Sache, hat sie ihrer Partei ein unerwartet gutes Resultat beschert. Anders als ihre Kontrahentin Julia Klöckner hat Dreyer in der Flüchtlingsfrage nicht das große Wort geführt und sich dabei von der Kanzlerin distanziert, sondern pragmatisch im Lande getan, was notwendig ist. Dass sie mit der AfD nicht im Fernsehen diskutieren wollte, um den Rechtspopulisten keine Plattform zu bieten, hat ihr offensichtlich nicht geschadet.

Für Dreyer ist das Wahlergebnis auch deshalb ein Erfolg, weil sie sich erstmals als Spitzenkandidatin im Land zur Wahl stellen musste - als Ministerpräsidentin war sie vor drei Jahren in der Nachfolge von Kurt Beck im Landtag gewählt worden.

Das Wahlergebnis zeigt aber auch, dass die Sozialdemokraten nur dort punkten können, wo sie aus der Regierung heraus mit überzeugenden Kandidaten antreten - nach Hannelore Kraft in Düsseldorf und Olaf Scholz in Hamburg nun Malu Dreyer. Das war's dann aber schon in dieser Liga.

Mit wem Dreyer nun regieren wird, ist dank des Erfolges der AfD indes eine ganz andere, schwierige Frage - ihre grünen Partner haben die Wähler im strukturkonservativen Rheinland-Pfalz offensichtlich nicht überzeugt.

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