"Hohes Maß an demokratischer Reife"

Kommentar zu den Wahlen in der Ukraine: "Erstaunliche Weitsicht"

Wolfgang Blieffert über die Wahlen in der Ukraine

Bei den Wahlen in der Ukraine hat sich das prowestliche Lager klar durchgesetzt. Die Wähler haben damit ein hohes Maß an demokratischer Reife bewiesen, meint HNA-Redakteur Wolfgang Blieffert.

Die Wirtschaft am Boden, der Osten des Landes unter der Kontrolle von Separatisten, die politischen Eliten oft unerfahren oder verbraucht – es lassen sich bessere Voraussetzungen für eine Parlamentswahl vorstellen. Unter den gegebenen Umständen haben die Ukrainer am Sonntag aber ein erstaunlich hohes Maß an demokratischer Reife und politischer Weitsicht an den Tag gelegt.

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Die Bürger erteilten vor allem den Extremisten beider Seiten eine Absage: Die von Russland und seinen Unterstützern im Westen immer wieder als Gefahr beschworenen Faschisten scheiterten ebenso an der Fünf-ProzentHürde wie die Kommunisten. Dagegen stärkten die Wähler vor allem die proeuropäisch ausgerichteten Parteien. Möglich, dass das reformorientierte Lager sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament erreicht, was wichtig wäre für notwendige Verfassungsänderungen.

Eindeutiger Sieger ist zweifellos die Partei von Regierungschef Arseni Jazenjuk, wohl weil er gegenüber Russland einen härteren Ton anschlug als Präsident Petro Poroschenko. Die Ukraine aber wird beide brauchen, den Kämpfer und den Pragmatiker. Nur so kann das Land nach Unruhen, Umsturz und Bürgerkrieg in ruhigeres Fahrwasser finden. Das aber ist Voraussetzung dafür, dass die Europäer ihren Hilfszusagen endlich auch Taten folgen lassen.

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