Kommentar zu den Wahlerfolgen der AfD: "Rechts ist frei"

Horst Seidenfaden über den Erfolg der AfD

Die Alternative für Deutschland, AfD, ist nach Sachsen in zwei weiteren Landtagen vertreten: Die Partei schaffte es am Sonntag auch in Brandenburg und in Thüringen. Dazu ein Kommentar von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden:

Die Sachsen-Wahl vor zwei Wochen, als die AfD erstmals in einen deutschen Landtag einzog, war kein zufälliges, einmaliges Ereignis. Die Alternative für Deutschland scheint im Kreis der etablierten Parteien angekommen - und die Frage ist: Wie konnte das passieren?

Es darf sicher unterstellt werden, dass die meisten derer, die die AfD wählen, wenig von den Zielsetzungen der Partei kennen - möglicherweise legt man sie gedanklich unter dem Stichwort Anti-Euro-Partei ab. Doch die europäische Währung hat sich mittlerweile durchgesetzt, wir leben in stabilen Verhältnissen - reicht da die Anti-Euro-Haltung für die Bildung eines erfolgreichen Images aus?

Wohl kaum, doch die Partei muss etwas ausstrahlen, was die Wähler anzieht. Und vermutlich ist es, basierend auf politischen Inhalten wie die strenge Haltung in der Migrationspolitik, ein konservatives Bild, das die Wähler von ihr haben oder sich erhoffen.

Das bedeutet aber auch, dass CDU und CSU, jahrzehntelang die Werteverwahrer des Konservativismus in Deutschland, durch ihre Verschiebung zur politischen Mitte, jede Menge Raum rechts neben sich lassen. Da die Bundes-CDU diesen Weg fortsetzen wird, bleibt dieser Platz am rechten Flügel weiter frei - die AfD wird sich nicht scheuen, ihn zu besetzen.

Und wenn wir schon von Platz in der Parteienlandschaft reden: Es ist wie beim Erdbeben. Die tektonischen Platten haben sich verschoben und die FDP ist im Meer der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Eventuell für immer. hos@hna.de

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