Felipe hat eine Chance verdient

Kommentar zum Wechsel im spanischen Königshaus: "Frischer Wind"

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Peter Klebe

Ende einer Ära: Spaniens König Juan Carlos (76) dankt nach fast 40 Jahren ab. Das gab er am Montag in einer Rundfunkansprache bekannt. Nachfolger wird - irgendwann - Kronprinz Felipe (46). Ein Kommentar von unserem Nachrichtenredakteuer Peter Klebe.

Die Abdankung von König Juan Carlos kam überraschend, aber sie ist überfällig. Denn das Königshaus ist alles andere als gut bestellt, weniger als die Hälfte der Spanier bekannte sich zuletzt noch zur Monarchie.

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Zu schwer wogen die Affären, allen voran eine umstrittene Elefantenjagd des Königs. Sein Schwiegersohn stand wegen eines Korruptionsskandals vor Gericht, Tochter Cristina musste als Zeugin aussagen. Das alles soll die Verdienste des 76-jährigen Juan Carlos um die spanische Demokratie nicht schmälern. Sein Einsatz gegen einen Militärputsch 1981 ist unvergessen.

Doch eine Klammer vom Königshaus zum Volk gab es schon lange nicht mehr. Experten sprachen von einem Pakt des Schweigens. Nachfolger Felipe steht vor schweren Aufgaben. Der 46-jährige Prinz bringt dafür aber beste Voraussetzungen mit. Er wurde schon als junger Mann auf die Thronfolge vorbereitet, ist in keine Affären verwickelt, lebt bescheiden und unaufgeregt. Das positive Bild wird durch seine bürgerliche Frau abgerundet.

Im Königshaus vollzieht sich mehr als ein Generationswechsel. Es braucht endlich frischen Wind. Felipe soll es gelingen, das von Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Abschwung gebeutelte Spanien wieder zu einer stolzen Nation zu machen. Einer Nation, die sich zur Demokratie und zum König bekennt. Die Chance dazu hat Felipe verdient.

Mail an den Autor unter: kle@hna.de

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