Kommentar zu Werbe-Blockaden auf Mobilgeräten: Notwendiges Übel

Telekom-Firmen erwägen Werbe-Blockade auf Mobilgeräten zuzulassen, dass schreibt die Financiel Times in London. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

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Über Werbeblocker lässt sich vortrefflich streiten: Pop-ups, die auf Internet-Seiten aufploppen und den Lesefluss stoppen oder automatisch abspielende Videos, bei denen man nicht gleich das Ausschalt-X findet, können ungemein nerven. Ganz besonders dann, wenn dafür aufgrund der Datenmenge je nach Tarif zwischen zehn und 50 Cent anfallen.

Nur: Blockt man diese Werbung, würde das Internet um einiges langweiliger sein. Denn die meisten Internetnutzer zahlen für mobile Pakete, so dass sie viele Anwendungen wie Video-Streaming, Mail und andere Dienstleistungen nutzen können - und eben viele dieser Dienste finanzieren sich durch Werbung. Würde dies alles in Rechnung gestellt, würden die Möglichkeiten des Internets schrumpfen.

Doch es gibt noch einen weit wichtigeren Punkt, der einen Werbeblocker juristisch fragwürdig macht: die Netzneutralität. Eine gefilterte Werbung bedeutet, dass Datenpakete auf Werbung geprüft und geblockt werden - das heißt: Die Datenpakete werden nicht mehr gleich behandelt.

So stellt sich die generelle Frage: Wie soll das Internet am Laufen gehalten werden, wenn niemand dafür zahlt, damit es funktioniert? Ohne Geld läuft nichts. Es wird wohl früher oder später darauf hinauslaufen, dass Inhalte bezahlt werden müssen. Wer keine Werbung will, der zahlt dann eben deutlich mehr.

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