Kommentar über die neuen Erleichterungen

Koalitionsvereinbarung zum Thema Pflege: Die Wertschätzung fehlt

Nur wenn ein Beruf von der Gesellschaft Wertschätzung erfährt und Einkommen und Arbeitsbedingungen dementsprechend gut sind, ist er auch attraktiv, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl

Der Katalog der Koalitionsvereinbarungen zum Thema Pflege liest sich auf den ersten Blick gut. Mehr Geld für die Pflegekräfte und mehr Personal für die Heime – die Botschaft hört man wohl. Doch fehlt der Glaube daran, dass auch die Finanzierung dieses Pakets schon verhandelt wurde. Etwas konkreter hätten Union und SPD sich also schon äußern müssen, um größere Begeisterung auszulösen.

Ein wirklicher Fortschritt allerdings könnten die flächendeckenden Tarifverträge sein, gegen die die privaten Arbeitgeber jedoch noch Sturm laufen. Doch wer Menschen in einem physisch wie psychisch anstrengenden Job anständig bezahlt, erhöht auch die Wertschätzung für den Beruf.

Und gerade daran mangelt es in Deutschland. Anders ist es nicht zu erklären, dass eine gesellschaftlich so wichtige Aufgabe noch immer schlecht bezahlt wird und unter schlechten Arbeitsbedingungen leidet. Tausende offene Stellen sind ein Beleg dafür. Hier spiegelt sich auch das allgemeine Problem des Gesundheitswesens wider, in dem zahlreiche Akteure nur ihre eigenen Belange im Auge haben. Die Heime, die Kassen, die Sozialhilfeträger, auch die Angehörigen. Wenn es teurer wird, ziehen alle den Kopf ein.

Ohne starke Lobby allerdings wird der Altenpflegeberuf bestimmt nicht attraktiver. 

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