Hartes Geschäftsinteresse

Kommentar zu Wildtieren im Zirkus: Falsche Romantik

Peter Klebe, E-Mail: kle@hna.de

Seit vielen Jahren demonstrieren Tierschützer gegen die Haltung von Wildtieren in Zirkussen. Die Leitlinien für die Haltung von Zirkustieren seien veraltet. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Peter Klebe.

Über die Frage, ob Tiere der Unterhaltung des Menschen dienen dürfen und dafür Dinge tun müssen, die ihrem Wesen fremd sind, lässt sich trefflich streiten. Nein, sagen Tierschützer, das ist qualvoll und nicht artgerecht. Unsinn, kontern Manegenbetreiber und Trainer: Tiere, die schon im Zirkus oder Zoo geboren wurden, sind an Menschen gewöhnt und empfinden ihr Leben nicht als seltsam.

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Doch selbst wenn das so sein sollte: Kein Zirkus zieht mit Elefanten, Löwen oder Tigern durch die Lande, um ihnen eine Freude zu machen. Es sind Wirtschaftsbetriebe, die die Exoten in erster Linie präsentieren, um Geld zu verdienen. Hinter verklärter Zirkusromantik verbirgt sich hartes Geschäftsinteresse. Ausgeblendet wird dabei gern, dass ein fünf Tonnen schwerer Elefant nicht ständig im Kreis gehen und Männchen machen will, Tiger nicht durch brennende Ringe springen wollen, selbst wenn es ihnen anerzogen wurde.

Natürlich können Zirkusse ohne Tiere nur schwer überleben. Deshalb müssen sie sich schnell andere Geschäftsmodelle überlegen, etwa im Bereich Artistik oder Clownerie. In vielen europäischen Nachbarländern dürfen Wildtiere schon längst nicht mehr in der Manege präsentiert werden. Auch bei uns fordern Tierschutzbund und Tierärztekammer seit langem ein Verbot. Zu Recht. Wer Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz führt, muss auch entsprechend handeln. Alles andere ist absurd.

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