Kommentar zum Wirtschaftswachstum: "Es fehlt Reformeifer"

Um 1,7 Prozent ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen. Doch das Plus ist kein Anlass zur Euphorie - ein Kommentar von Stefan Vetter.

Die deutsche Wirtschaft floriert wie seit vier Jahren nicht mehr. Ein Wachstum von 1,7 Prozent ist zwar nicht sonderlich üppig, aber eben doch paradiesisch im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen dieser Welt. Von den europäischen Sorgenkindern ganz zu schweigen.

Und doch gibt es keinen Grund, in Euphorie zu verfallen. Dafür ist die Entwicklung längst nicht stabil genug. Billiges Öl, niedrige Zinsen und ein schwacher Euro haben das Bild beschönigt. Für alle drei Sonderfaktoren gibt es keine Ewigkeitsgarantie.

Doch die Stimmung ist eine ganz andere: Die Nation zeigt sich eher satt und selbstzufrieden. Dabei verbirgt sich hinter der glänzenden Fassade zum Beispiel eine anhaltende Investitionsschwäche. Wirtschaftspolitischer Reformeifer ist auch nicht unbedingt ein Etikett, das die Bundesregierung verdient hätte. Neue Ideen? Vielleicht ein großer Steuerwurf? Fehlanzeige. Ist das Land wirklich gut für die digitale Zukunft gerüstet? Allein schon, wer in großen Städten ein kostenloses, öffentliches Wlan sucht, muss daran Zweifel haben. Denn er sucht noch viel zu oft vergebens.

Das sind nur einige wenige Aspekte, um die Herausforderungen zu umreißen. Die Flüchtlingskrise, so viel politische Kraft sie auch bindet, darf den Blick nicht dafür verstellen: Das Land hat ein Innovationsproblem. Wer ganz oben ist, der kann umso tiefer fallen. Das gilt auch für den Musterschüler Deutschland.

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