Kommentar zum Wohnraummangel: Jahrelang geschlafen

Aus dem Zelt – wohin? Flüchtlinge brauchen Wohnraum. Das führt zu Geschäften mit Unterkünften. Ein Kommentar von Barbara Will.

Der Zustrom der Flüchtlinge gibt einem alten Problem eine neue Dimension: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Der Mangel ist die Quittung für eine jahrelange Fehlentwicklung: Viele Wohnungen sind aus der Sozialbindung herausgefallen. Gleichzeitig wurde immer weniger neuer Wohnraum vom Staat gefördert. Er hat schlicht geschlafen.

Nun findet die Willkommenskultur im Zelt-Provisorium statt und ein klares politisches Konzept ist nicht erkennbar. Flüchtlinge in abgelegene Regionen zu verschieben, ist keine wirklich gute Idee: Sie haben dann zwar ein festes Dach über dem Kopf, aber um die Fremden hier zu integrieren, muss eine Infrastruktur vom Deutschkurs bis zur Arbeitsstelle vorhanden sein – und die gibt es vor allem in den Ballungsräumen. Leere Bürogebäude wären eine Lösung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der erste Politiker an das Wort Zwangsvermietung traut.

Um auf dem Wohnungsmarkt einen Verdrängungswettbewerb zwischen den Armen und den Ärmeren zu verhindern, hilft nur: schnell genehmigen, schnell fördern, schnell bauen. Die alten Fehler werden teuer korrigiert werden müssen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.